Am nächsten Morgen kamen alle Käferchen. Jeder hatte etwas mitgebracht, was für Karlchens neus Haus von Nutzen sein konnte. Karl staunte, das kannte er aus seiner alten Waldheimat nicht. Dort war jeder für sich allein. Nur manchmal traf man sich, wenn ein Fest gefeiert wurde.
Jetzt packten alle fest an und am Mittag war Karlchens Häuschen schon fast fertig. Nur anstreichen mußte Karl sein Wunderschönes Häuschen noch. Karl freute sich. Allein hätte er das nie geschafft.
Bei den Bauarbeiten hatte er etwas mit Verwunderung bemerkt. Irgendwie hattte jedes Käferchen ein kleines Handycup. Einem fehlten die Flügel, dem andern waren wie ihm ein paar Beinchen abhanden gekommen, der nächste hatte nur ein Auge und manchen fehlten die Fühler. Aber da sich alle gegenseitig halfen viel das gar nicht weiter auf.
So richtig konnte sich Karl nicht entscheiden welchen Farbton sein Häuschen bekommen sollte. Er probierte diese und dann wieder jene Farbe. So richtig froh war er aber nicht und er setzte sich mißmutig auf einen umgestürzten Eimer um nachzudenken.
Ein leises Lachen riß ihn aus seinen Gedankengängen: "Na, du kannst Dich wohl nicht entscheiden?" frage der Schmetterling, der Karl gestern hierher geführt hatte. Karl freute sich: "Da bist Du ja wieder! Wo warst Du?"
Der Schmetterling betrachtete sich Karls Versuche. Dann meinte er: "Was magst Du am liebsten?" Karl überlegte. Er mochte gern Blütennektar naschen, und in der Sonne liegen und träumen. Aber warum wollte der Schmetterling das wissen? Er fragte ihn. "Ich wollte doch nicht wissen was du gern ißt sondern was du gern siehst. Bei welcher Farbe Du dich wohlfühlst." Ahhh, jetzt begriff Karl. Er zählte auf: "Rot, wenn ich müde und lustlos bin, Grün, wenn ..... " so zählte er fast alle Farben auf.
Jetzt wurde der Schmetterling nachdenklich. "Das ist antürlich kompliziert. Aber ich habe eine Idee!" sagte er, nahm Pinsel und alle Farben und machte sich ans Werk. Karl schaute zu und kam aus dem staunen nicht heraus. Der Schmetterling malte auf sein weißes Häuschen eine bunte Blumenwiese über die sich ein leuchtender Regenbogen spannte. Da waren nun alle Farben, die Karl gern sehen mochte.
Karl war ausser sich vor Freude. Auf so eine Idee war er mit seinem langen Nachdenken nicht gekommen und dabei war sie so naheliegend.
Der Schmetterling und Karl saßen noch lange vor Karls neuer Heimstatt und unterhielten sich. Karl erzählte viel aus seinem Leben Im Wald und wollte natürlich viel über die Käferchen hier im Blumenland wissen. Der Schmetterling erklärte Karl geduldig alles was er wissen wollte. Nur über sich selbst gab er nur ungern Auskunft.

Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß wie Wolken riechen.


Gruppe "Novalis"

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